Bei Gleichgewichtsstörungen kommt es auf eine genaue Diagnose an. Patientinnen und Patienten aus München und Tübingen profitieren bei uns von langjähriger Spezialisierung und modernster Untersuchungs- und Behandlungstechnik – für eine Therapie, die genau zu Ihnen passt.
Als früherer Direktor einer Universitäts-HNO-Klinik lege ich Wert darauf, mir für Sie ausreichend Zeit zu nehmen. Ihr Behandlungserfolg und Ihr Wohlbefinden haben für uns oberste Priorität.
Ihr Prof. Dr. med. H.P. ZennerSchwindel- und Gleichgewichtszentrum, HNO-Privatpraxis für Patienten aus München in Tübingen
Gleichgewichtsstörungen
Gleichgewichtsstörungen können auf zahlreiche Erkrankungen des Gleichgewichtssystems zurückgehen. Gemeinsam mit Schwindel zählen sie seit Jahren zu den zehn häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen ihre Hausarztpraxis aufsuchen – entsprechend vielfältig sind die möglichen Ursachen.
Wir untersuchen und behandeln Sie gern!
Mögliche Ursachen einer Gleichgewichtsstörung:
- Akutes Vestibuläres Syndrom
- Altersgleichgewichtsstörung, Presbyvertigo
- Benigner Paroxysmaler Lagerungsnystagmus (BPLN), Lagerungsschwindel
- Bilaterale Vestibulopathie (beidseitige Untererregbarkeit, beidseitiger Vestibularisausfall)
- Bogengangsdehiszenz
- Einseitige Vestibulopathie (einseitige Untererregbarkeit, einseitiger Vestibularisausfall)
- Funktionelle Gleichgewichtsstörung, Persistent postural-perceptual dizziness (PPPD), phobischer Schwindel, chronisches vestibuläres Syndrom
- Hörsturz mit Gleichgewichtsstörung (akuter idiopathischer sensorineuraler Hörverlust mit vestibulärer Beteiligung)
- idiopathische Gleichgewichtsstörung, Gleichgewichtsstörung ohne nähere Angaben
- Labyrinthitis (toxisch, bakteriell, viral)
- Morbus Menière, Lermoyezsyndrom
- Neuronitis vestibularis
- Toxische Vestibulopathie (Arzneimittelnebenwirkung, toxische Chemikalien)
- Trauma (z. B. Commotio/contusio labyrinti, Schädelbasisverletzungen)
- Tumoren von Schädelbasis und Kleinhirnbrückenwinkel, Akustikusneurinom
- Vestibularisparoxysmie (Neurovaskuläres Kompressionssyndrom des 8. Hirnnervs, Vestibuläre Paroxysmie)
- Vestibuläre Migräne
Der Gleichgewichtssinn des Menschen
Nach Zenner, H.P. In: Physiologie des Menschen. Springer-Verlag, Heidelberg
Aufrecht zu stehen und zu gehen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine ständige aktive Leistung des Gleichgewichtsapparates im Innenohr. Er veranlasst die Muskeln von Beinen und Rumpf fortwährend zu kleinen Ausgleichsbewegungen, damit wir nicht stürzen.
Wo das Gleichgewicht sitzt: im Innenohr
Jedes Innenohr besitzt fünf Gleichgewichtsorgane (Vestibularorgane). Mit ihrer Hilfe spüren wir auch bei geschlossenen Augen, ob der Kopf nach rechts, links, vorn oder hinten gedreht ist und in welche Richtung wir uns bewegen. So merken wir mit geschlossenen Augen, dass wir vorwärts gehen – ganz gleich, ob der Kopf dabei nach rechts gewandt ist (linkes Ohr vorn) oder nach links (rechtes Ohr vorn).
Besonders deutlich zeigt sich die Leistung der Vestibularorgane beim Stolpern: Noch bevor uns das bewusst wird, haben Reflexe des Gleichgewichtssystems bereits die Fuß- und Beinmuskulatur aktiviert und den Sturz abgefangen. Ohne den Vestibularapparat des Innenohres wäre der aufrechte Gang des Menschen buchstäblich nicht möglich.
Auf jeder Seite setzt sich der Gleichgewichtsapparat aus zwei sogenannten Cupula-/Makulaorganen und drei Bogengangsorganen zusammen. Mit ihnen messen wir Beschleunigungen – allen voran die Schwerkraft, durch die wir oben und unten unterscheiden, aber auch das Anfahren und Bremsen im Auto oder Flugzeug, die Fahrt im Aufzug, einen Sprung oder Sturz. Die Cupula-/Makulaorgane enthalten dafür winzige Gleichgewichtssteinchen. Wird der Körper beschleunigt, bleiben sie kurz zurück – so wie ein loser Gegenstand im anfahrenden Auto nach hinten rutscht.
Ist eines dieser Organe gestört oder erkrankt, spüren Betroffene das sehr deutlich – als Gleichgewichtsstörung.
Denn die Signale der Organe passen dann nicht mehr zu den Mustern, die das Gehirn seit der Kindheit gelernt hat, und das Gleichgewicht gerät aus dem Takt.
Verarbeitung im Gehirn
Die Reize der Gleichgewichtsorgane werden als Signale an das Gehirn weitergeleitet und dort in einem eigenen Verarbeitungssystem für das Gleichgewicht ausgewertet.
Muskelsensoren
Dort treffen nicht nur Meldungen aus den Ohren ein, sondern auch von Sensoren in den Muskeln. Jeder Skelettmuskel ist mit zahlreichen solcher Fühler ausgestattet, die dem Gehirn Druck und Bewegungsgeschwindigkeit – etwa von Armen und Beinen – mitteilen. So nehmen wir unsere Körperhaltung wahr.
Ausprobieren lässt sich das ganz einfach: Schließen Sie die Augen und bringen Sie einen Arm oder ein Bein in eine beliebige Position. Sie spüren die Haltung trotzdem genau – dank der Muskelsensoren. Fachleute sprechen vom somatosensorischen System. Seine Signale fließen ebenfalls in die Gleichgewichtsverarbeitung ein; zusammen mit den Informationen der Vestibularorgane erkennt das Gehirn so, ob wir stehen, liegen oder uns in Seitenlage befinden.
Augen
Sind die Augen geöffnet, tragen auch die Seheindrücke zur Wahrnehmung von Lage und Bewegung bei – allerdings nur, solange es hell genug ist.